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Wenn der Stromkreis überlastet ist: Das müssen Sie wissen

Ratgeber · aktualisiert 2026-07-31

Stromkreis überlastet

Ein überlasteter Stromkreis ist nicht einfach nur lästig – er ist ein Sicherheitsrisiko. Wenn ständig die Sicherung herausfliegt oder der Leitungsschutzschalter im Sicherungskasten immer wieder abschaltet, ist eine Überlastung meist die Ursache. Dieser Ratgeber erklärt, was dabei passiert, warum es gefährlich ist und wie Sie richtig reagieren.

Was ist ein überlasteter Stromkreis?

Ein Stromkreis ist eine in sich geschlossene elektrische Leitung, die mehrere Steckdosen oder Leuchten versorgt. Jeder Stromkreis ist für eine bestimmte maximale Stromstärke ausgelegt – gemessen in Ampere (A). Das übliche Limit liegt bei 16 A oder 20 A pro Kreis.

Wenn Sie zu viele Geräte gleichzeitig an einem Stromkreis betreiben, fließt mehr Strom als die Leitung verkraften kann. Der Leitungsschutzschalter erkennt dies und schaltet automatisch ab – das ist sein Job. Doch wiederholte Ausfälle deuten auf ein strukturelles Problem hin.

Ampere und Watt: Was der Laie wissen muss

Um zu verstehen, ob ein Stromkreis überlastet ist, hilft eine einfache Faustformel:

  • Ampere (A) = die Stromstärke, wie viel Strom fließt
  • Watt (W) = die Leistung, die ein Gerät verbraucht
  • Berechnung: Watt ÷ 230 (Volt) = Ampere

Beispiel: Ein Föhn mit 2.300 Watt braucht etwa 10 A. Ein Wasserkocher mit 2.000 Watt benötigt etwa 9 A. Laufen beide gleichzeitig an einem 16-A-Kreis, ist die Grenze schon überschritten – plus eventuell noch andere Geräte wie Licht oder Radio.

Typische Verursacher von Überlastung

Nicht alle Räume sind gleich geplant. Besonders anfällig für Überlastung sind:

  • Küche mit vielen Großgeräten (Herd, Spülmaschine, Kühlschrank, Wasserkocher – oft auf zu wenigen Kreisen verteilt)
  • Badezimmer mit Duschheizer, Föhn und Heizlüfter
  • Wohnzimmer, wenn mehrere Heizgeräte, Fernseher und Laptops laufen
  • Ältere Häuser und Wohnungen mit veralteter Elektroinstallation (3–4 Stromkreise für die ganze Wohnung)

Auch Mehrfachsteckdosen verleiten dazu, zu viele Geräte an eine Stelle zu packen – das ist zwar praktisch, aber elektrisch oft unsicher.

Warum ist Überlastung gefährlich?

Die Leitungsschutzschalter und Schmelzsicherungen sollen das Haus vor Brand schützen. Wenn ständig der Schalter rausfliegt, kann die Versuchung groß sein, ihn zu überbrücken oder auf eine höhere Ampere-Zahl hochzustellen. Das ist hochgradig gefährlich und niemals zu tun.

Eine ständig überlastete Leitung wird heiß, die Isolierung kann beschädigt werden, und es droht ein Kurzschluss oder Elektrobrand – besonders in den Wänden, wo niemand den Brandgeruch sofort bemerkt.

Was tun, wenn der Stromkreis überlastet ist?

Erste Hilfe im Notfall:

  • Einige Geräte ausschalten und Stecker ziehen (besonders Wärmegeräte wie Heizlüfter, Föhn, Wasserkocher)
  • Den Leitungsschutzschalter wieder einschalten (einfach umlegen)
  • Prüfen, ob jetzt alles läuft

Wichtig: Das ist eine Notlösung, keine Dauerlösung. Sie dürfen nicht versuchen, den Schalter zu überbrücken oder eine höhere Ampere-Zahl einzustellen.

Dauerhafte Lösungen: Zusätzliche Stromkreise

Die einzige seriöse Lösung ist, neue Stromkreise zu schaffen. Das bedeutet:

  • Im Sicherungskasten werden neue Leitungsschutzschalter und Leitungen installiert
  • Diese neuen Leitungen führen zu zusätzlichen Steckdosen oder Leuchten (z. B. im Badezimmer oder an der Küchenzeile)
  • Die Last wird auf mehrere Kreise verteilt
  • Jeder Kreis hat dann wieder Reserven

Das ist eine elektrische Facharbeit und muss von einer Elektrofachkraft oder einem zertifizierten Installateur durchgeführt werden. Auch Überlegungen zu modernen Sicherungssystemen (z. B. FI-Schutzschalter) gehören dazu.

Wann ist professionelle Hilfe nötig?

Sie sollten spätestens dann einen Profi holen, wenn:

  • Der Stromkreis regelmäßig überlastet ist (nicht nur einmalig)
  • Geräte nicht normal funktionieren (Deckenleuchte dimmt, wenn der Herd läuft)
  • Steckdosen warm werden oder Brandgeruch entsteht
  • Sie planen, neue Geräte (Herd, Spülmaschine, Wärmepumpe) einzubauen
  • Ihre Wohnung älter als 20 Jahre ist und die Elektroinstallation nicht modernisiert wurde

Eine Elektrofachkraft kann Ihre Installation prüfen, die Auslastung messen und eine maßgeschneiderte Lösung planen – ob neue Kreise, eine bessere Verteilung oder ein neuer Zählerschrank nötig sind.

Kleine Sofortmaßnahmen für den Alltag

Bis professionelle Hilfe kommt, können Sie durch kluge Nutzung Entlastung schaffen:

  • Große Verbraucher (Wasserkocher, Föhn, Heizgeräte) nie gleichzeitig nutzen
  • Mehrfachsteckdosen reduzieren und Geräte direkt an der Wand einstecken
  • Standby-Geräte wirklich ausschalten (sparsam, aber auch entlastend)
  • Große Last-Spitzen vermeiden (z. B. den Herd nie mit Wasserkocher und Spülmaschine gleichzeitig nutzen)

Fazit: Sicherheit geht vor Komfort

Ein überlasteter Stromkreis ist kein Kavaliersdelikt. Die Sicherung fliegt nicht aus Langeweile heraus, sondern weil das System sich selbst schützt. Mit ein bisschen Verständnis für Ampere und Watt lässt sich das Problem erkennen, und mit professioneller Planung auch lösen.

Wenn Sie unsicher sind oder die Probleme anhalten, zögern Sie nicht, die Elektrofachkraft zu kontaktieren. Eine korrekte Elektroinstallation ist Grundlage für sicheres Wohnen – und schützt Ihr Haus vor Brand und Stromschlägen.

Bei Fragen oder Hinweisen auf ernsthafte Probleme in Ihrer Elektroinstallation erreichen Sie Elektro-Retter rund um die Uhr: 01579 2829777

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Häufige Fragen

01Kann ich den Leitungsschutzschalter selbst auf höhere Ampere stellen?+

Nein, definitiv nicht. Der Schalter ist auf die Leistung der Leitung abgestimmt. Ihn hochzustellen bedeutet, die Leitung bei Überlastung nicht mehr zu schützen – Brand- und Stromschlaggefahr entstehen. Das ist illegal und lebensgefährlich.

02Wie viele Watt passen auf einen 16-A-Stromkreis?+

Theorie: 16 A × 230 V = 3.680 W. In der Praxis sollte man aber nicht über 3.000–3.200 W gehen, um Reserven zu haben und die Leitung nicht zu heiß werden zu lassen. Großgeräte wie Herd oder Durchlauferhitzer brauchen eigene, stärkere Kreise.

03Warum fliegt die Sicherung immer raus, wenn ich den Föhn benutze?+

Der Föhn gehört wahrscheinlich zu einem Stromkreis, auf dem schon andere Geräte laufen. Föhne ziehen 8–12 A, Kocher ähnlich viel. Wenn zwei davon zusammenkommen, ist 16 A schnell überschritten. Schalte andere Geräte aus oder nutze separate Steckdosen (in anderen Räumen = anderen Kreisen).

04Ist ein überlasteter Stromkreis ein Brandrisiko?+

Ja. Eine dauernd überlastete Leitung wird heiß, die Isolierung kann schmelzen. In den Wänden kann dann ein Brand entstehen, den man nicht sieht. Deshalb ist der automatische Schalter so wichtig – er schützt vor dieser Gefahr. Chronische Überlastung muss behoben werden.

05Kann ich eine Mehrfachsteckdose verwenden, um mehr Geräte anzuschließen?+

Technisch ja, aber nicht sinnvoll. Eine Mehrfachsteckdose ändert nichts an der Stromkreis-Kapazität. Wenn der Kreis mit 4 Geräten überlastet ist, wird er mit 8 Geräten an einer Steckdosenleiste nicht weniger überlastet – im Gegenteil, das Risiko wächst. Mehrfachsteckdosen sollten für unkritische, leichte Geräte genutzt werden.

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