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Strom sparen im Haushalt – Messen statt Raten

Ratgeber · aktualisiert 2026-07-31

Strom sparen im Haushalt

Die Stromrechnung wird immer höher, aber wo geht eigentlich das meiste Geld hin? Viele Haushalte zahlen für Energieverschwendung, die völlig vermeidbar ist. Der Schlüssel liegt darin, nicht zu raten, sondern zu messen – und dann gezielt anzupacken. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, wo die größten Sparpotenziale lauern und wie Sie sie realisieren.

Standby-Verluste: Die unsichtbaren Stromfresser

Fernseher, Drucker, Kaffeemaschine, Spielkonsole – viele Geräte verbrauchen Strom, auch wenn sie ausgeschaltet sind. Dieser sogenannte Standby-Modus kostet einen durchschnittlichen Haushalt zwischen 5 und 10 Prozent der Jahresstromrechnung. Das klingt nach wenig, summiert sich aber zu erheblichen Beträgen auf.

Besonders tückisch sind Geräte mit Fernbedienungen oder WLAN-Verbindung – sie müssen bereit sein, Signale zu empfangen, und verbrauchen dadurch kontinuierlich Energie. Ein TV-Gerät im Standby kann 2–5 Watt pro Stunde fressen, ein Fritz!Box-Router ähnlich viel.

  • Schalten Sie Geräte vollständig aus – nicht in den Standby-Modus
  • Nutzen Sie Steckerleisten mit Ein-/Aus-Schalter, um mehrere Geräte gleichzeitig vom Netz zu trennen
  • Ziehen Sie die Stecker von selten genutzten Geräten ganz heraus
  • Prüfen Sie, welche Router oder Modems wirklich 24/7 laufen müssen

Alte Elektrogeräte: Energiefresser aus vergangenen Zeiten

Ein Kühlschrank von vor 15 Jahren verbraucht oft 50 bis 100 Prozent mehr Strom als ein modernes Gerät mit aktuellem Energielabel. Ähnlich sieht es bei Waschmaschinen, Spülmaschinen und Elektroöfen aus. Die technische Entwicklung ist hier rasant vorangeschritten.

Das heißt nicht, dass Sie sofort alle Geräte ersetzen müssen. Aber wenn ein Gerät älter als 10–12 Jahre ist und häufig läuft, lohnt sich eine Überlegung – vor allem bei Kühl- und Gefriergeräten, die täglich rund um die Uhr in Betrieb sind.

  • Überprüfen Sie das Energielabel auf dem Gerät oder der Verpackung
  • Nutzen Sie Online-Rechner, um Alter und Stromverbrauch mit modernen Geräten zu vergleichen
  • Rechnen Sie die Ersparnis durch niedrigeren Stromverbrauch gegen die Anschaffungskosten auf
  • Achten Sie beim Kauf auf die Energieklassen A+++ oder A++ (je nach Gerätetyp)

Beleuchtung: Von Glühbirne zur LED-Effizienz

Die Beleuchtung ist einer der schnellsten Posten, bei dem Sie Strom sparen können – allerdings nur, wenn Sie noch nicht vollständig auf LED umgestellt haben. Eine klassische 60-Watt-Glühbirne verbraucht etwa fünfmal so viel Strom wie eine LED-Lampe mit gleicher Helligkeit (etwa 9–10 Watt).

LED-Lampen halten zudem 15.000 bis 50.000 Stunden, während Glühbirnen nach etwa 1.000 Stunden ausfallen. Das bedeutet weniger Wechsel und weitere Kostenersparnis. Auch alte Leuchtstoffröhren (Neonröhren) oder Halogenleuchten sind inzwischen überholt.

  • Ersetzen Sie alle Glühbirnen und Halogenlampen schrittweise durch LED
  • Achten Sie auf die Farbtemperatur: 2700 Kelvin für Wohnräume (warm-weiß), 4000 Kelvin für Küche/Arbeitszimmer
  • Nutzen Sie Bewegungsmelder oder Dimmer für Räume, die nicht dauerhaft beleuchtet sein müssen
  • Überprüfen Sie, ob Sie wirklich alle Lampen benötigen – oft reicht gezielt platziertes Licht statt Vollausleuchtung

Messen statt Raten: Mit Strommessgeräten Gewissheit schaffen

Sie möchten wissen, welche Geräte wirklich Strom kosten? Dann führt kein Weg vorbei an der direkten Messung. Ein Stromkostenmessgerät (auch Strommessgerät oder Energiekostenmessgerät genannt) kostet 15–40 Euro und hilft Ihnen, die Realität statt von Vermutungen auszugehen.

Damit stecken Sie das verdächtige Gerät einfach in das Messgerät ein, und dieses zeigt den aktuellen Verbrauch in Watt an. Nach einer Weile sehen Sie auch, wie viel Strom das Gerät kosten würde, wenn es ein ganzes Jahr lang so laufen würde. So identifizieren Sie echte Stromfresser blitzschnell.

  • Messen Sie alle Geräte, die permanent oder häufig im Einsatz sind
  • Überrascht Sie ein hoher Wert? Prüfen Sie, ob ein längerer Betrieb wirklich nötig ist
  • Achten Sie darauf, dass das Messgerät selbst nicht zu heiß wird – manche verbrauchen auch etwas Strom
  • Notieren Sie die Werte und vergleichen Sie sie mit Herstellerangaben oder Online-Vergleichstabellen

Weitere konkrete Maßnahmen im Überblick

Neben den vier Hauptpunkten gibt es noch weitere bewährte Strategien, um Strom zu sparen:

  • Wasserkocher statt Herd: Wasser zum Kochen in einem Wasserkocher zu erhitzen ist deutlich energieeffizienter als auf der Herdplatte
  • Deckel auf dem Topf: Mit Deckel kocht Wasser schneller und spart bis zu 70 Prozent Energie
  • Richtige Herdplatte-Größe: Die Platte sollte die gleiche Größe wie der Topfboden haben
  • Gefriertruhe abtauen: Eine vereis Gefriertruhe verbraucht erheblich mehr Strom
  • Wäsche bei 30–40 °C waschen: Die meiste Energie geht ins Erhitzen von Wasser
  • Spülmaschine optimal nutzen: Ein volles Spülprogramm ist effizienter als Halblasten

Wann ist fachliche Hilfe sinnvoll?

In den meisten Fällen können Sie die genannten Maßnahmen selbst umsetzen. Manchmal liegt das Stromproblem aber auch an der elektrischen Installation selbst – etwa an fehlerhaften Leitungen, beschädigten Steckdosen oder überalterter Elektrik. Wenn Sie wiederholt Sicherungen auslösen, Stromstoßen beobachten oder die Stromrechnung nicht erklärbar hoch ausfällt, können Probleme in der Hausinstallation dahinterstecken.

In solchen Fällen hilft eine professionelle Überprüfung. Die Elektrofachkraft vor Ort kann mit speziellen Messgeräten feststellen, ob Defekte oder Verschleißerscheinungen den Stromverbrauch unnötig in die Höhe treiben.

Haben Sie Fragen zu Ihrer Strominstallation oder benötigen Sie eine Überprüfung? Rufen Sie die Elektro-Retter-Hotline unter 01579 2829777 an – 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche. Wir vermitteln Ihnen einen geprüften Elektro-Partnerbetrieb in Ihrer Nähe.

Akuter Strom-Notfall? Wir helfen.

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Häufige Fragen

01Wie viel Strom spart eine LED-Lampe wirklich im Vergleich zu einer Glühbirne?+

Eine 60-Watt-Glühbirne verbraucht etwa 5–6-mal mehr Strom als eine LED mit gleicher Helligkeit (ca. 10 Watt). Bei täglichem Betrieb von 5 Stunden spart eine LED-Lampe pro Jahr etwa 90 kWh, was sich deutlich auf der Stromrechnung bemerkbar macht. LED-Lampen amortisieren sich daher meist innerhalb weniger Monate.

02Was kostet ein Stromkostenmessgerät und wo bekomme ich eines?+

Ein einfaches Stromkostenmessgerät kostet zwischen 15 und 40 Euro und ist in Baumärkten, Elektronik-Fachgeschäften und Online-Plattformen erhältlich. Es gibt auch hochwertigere Modelle mit erweiterten Funktionen. Manche Energieversorger verleihen solche Geräte kostenlos an Kunden – fragen Sie bei Ihrem lokalen Anbieter nach.

03Lohnt sich der Kauf eines neuen Kühlschranks, um Strom zu sparen?+

Wenn Ihr Kühlschrank älter als 12–15 Jahre ist und täglich rund um die Uhr läuft, kann sich ein Austausch rechnen. Ein moderner Kühlschrank der Energieklasse A+++ verbraucht oft 50–70 Prozent weniger als veraltete Modelle. Rechnen Sie die jährliche Stromersparnis gegen die Anschaffungskosten – Sie finden Amortisationszeiten von 5–8 Jahren. Bei älteren oder kleineren Geräten kann die Rechnung anders ausfallen.

04Wie viel Strom verbraucht ein Gerät im Standby-Modus?+

Das hängt stark vom Gerät ab. Ein TV verbraucht im Standby etwa 1–5 Watt, ein Router 2–5 Watt, Drucker 1–3 Watt, Spielkonsolen bis zu 10 Watt. Summieren sich solche Geräte in einem Haushalt, können Standby-Verluste 5–10 Prozent der Jahresstromrechnung ausmachen. Mit Steckerleisten lassen sich diese Verluste sehr wirksam reduzieren.

05Kann eine zu hohe Stromrechnung auch an der Installation liegen?+

Ja, in seltenen Fällen. Beschädigte Leitungen, fehlerhafte Steckdosen, Kriechströme oder defekte Messgeräte können den Verbrauch verfälschen oder unnötig erhöhen. Wenn die Stromrechnung unerklärlich hoch ist oder wiederholt Sicherungen auslösen, kann eine professionelle Überprüfung durch eine Elektrofachkraft sinnvoll sein. Sie können unter 01579 2829777 die Elektro-Retter kontaktieren.

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