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Wenn die Sicherung brummt: Ursachen erkennen und richtig handeln

Ratgeber · aktualisiert 2026-07-31

Sicherung brummt

Ein leises Brummen oder Summgeräusch aus dem Sicherungskasten ist nicht normal – und sollte Sie aufhorchen lassen. Dieses Geräusch entsteht nicht von selbst. Es weist fast immer auf ein Problem hin, das die Elektrofachkraft untersuchen muss. Wir erklären Ihnen, was dahintersteckt, wann es gefährlich wird und wie Sie richtig reagieren.

Ursachen: Darum brummt die Sicherung

Ein Brummgeräusch aus dem Verteiler entsteht durch Vibrationen von Bauteilen, die unter Last stehen. Die häufigsten Ursachen sind:

  • Überlast im Stromkreis: Wenn zu viele Geräte gleichzeitig an einer Leitung hängen, fließt mehr Strom als vorgesehen. Der Leitungsschutzschalter (LS-Automat) arbeitet unter hoher Last und beginnt zu brummen.
  • Defekter oder verschleißter Automat: Ein alter Leitungsschutzschalter kann Verschleißerscheinungen zeigen – Brummen ist ein erstes Anzeichen.
  • Loser Kontakt oder Verbindung: Unsaubere oder gelockerte Klemmen im Verteiler verursachen Übergangswiderstand. Der Strom erhitzt die Stelle, Vibrationen entstehen.
  • Zu hoher Fehlerstrom: Ein defektes Gerät oder eine beschädigte Leitung kann kontinuierlich kleine Fehlerströme verursachen, die den FI-Schutzschalter unter Spannung halten.
  • Ueberspannung oder Spannungsschwankungen: Netzprobleme oder ein Fehler in der Hausanlage können zu abnormalen Belastungen führen.

Wann ist ein brummendes Geräusch gefährlich?

Nicht jedes Brummen ist sofort lebensbedrohlich – aber ernst nehmen sollten Sie es immer. Die Gefahr steigt, wenn zusätzliche Warnsignale hinzukommen:

  • Der Schalter brummt kontinuierlich oder wird immer lauter
  • Es riecht nach Kunststoff, Gummi oder Schmorgeruch aus dem Verteiler
  • Der Sicherungskasten ist warm oder heiß anzufassen (normal: kalt bis lauwarm)
  • Sie sehen Rauch oder Funken im Verteiler
  • Gleichzeitig flackern Lampen oder Geräte schalten sich ab
  • Ein Brandgeruch im Haus, auch wenn Sie die Quelle nicht sofort sehen

In diesen Fällen handelt es sich um ein unmittelbares Brandrisiko. Dann gilt: Hauptschalter des Hauses abschalten (der große Schalter oben im Verteiler), den Bereich meiden und sofort die Notfall-Hotline anrufen oder die Feuerwehr (112) alarmieren, falls bereits Rauch sichtbar ist.

So prüfen Sie selbst, ob Überlast dahintersteckt

Ein einzelner Brummlaut muss nicht sofort auf einen defekten Schalter hindeuten. Manchmal ist einfach zu viel Last im Stromkreis. Testen Sie das so:

  • Schalten Sie mehrere große Verbraucher ab oder stecken Sie sie aus (Heizgeräte, Kochfelder, Wasserkocher, Backofen, Klimaanlage).
  • Beobachten Sie, ob das Brummen leiser wird oder verschwindet.
  • Schalten Sie die Geräte einzeln wieder ein und notieren Sie, bei welchem das Geräusch zurückkommt.
  • Zählen Sie, welche Geräte auf der gleichen Leitung hängen – nicht alle sollten gleichzeitig laufen.

Wichtig: Diese einfache Prüfung ersetzt keine fachliche Diagnose. Sie hilft Ihnen nur zu verstehen, ob eine akute Überlast vorliegt. Die Ursache muss die Elektrofachkraft klären.

Wann müssen Sie einen Fachmann rufen?

Folgende Situationen erfordern sofort einen Anruf bei der Elektrofachkraft:

  • Das Brummen tritt regelmäßig auf, auch wenn Sie Last abschalten.
  • Der Sicherungskasten wird warm.
  • Ein FI-Schutzschalter schaltet sich regelmäßig ab oder brummt ebenfalls.
  • Sie haben Brandgeruch bemerkt, auch wenn dieser wieder verschwunden ist.
  • Der Automat ist älter als 15–20 Jahre und zeigt erste Verschleißzeichen.
  • Nach dem Abstellen von Last brummt es trotzdem weiter.

Die Elektrofachkraft wird dann:

  • Die Spannung und den Strom in den betroffenen Stromkreisen messen.
  • Den Zustand der Kontakte und Klemmen prüfen.
  • Den Automat eventuell austauschen, wenn er defekt ist.
  • Die Verdrahtung kontrollieren auf Beschädigungen oder Ueberhitzung.
  • Ggf. Ueberlast-Probleme analysieren und Lösungen vorschlagen (zusätzliche Stromkreise, richtige Lastverteilung).

Prävention: So vermeiden Sie brummende Sicherungen

  • Gleichzeitiges Einschalten großer Verbraucher vermeiden: Heizstrahler, Backofen und Waschmaschine sollten nicht gleichzeitig auf der gleichen Leitung laufen.
  • Mehrfachsteckdosen sparsam nutzen: Nicht alle Geräte an eine Dose stöpseln.
  • Alte oder beschädigte Leitungen prüfen lassen: Insbesondere in Altbauten können morsche Kabel ein Problem sein.
  • Regelmäßige Wartung: Lassen Sie Ihren Verteiler alle 10–15 Jahre von einer Fachkraft kontrollieren.
  • Defekte Geräte austauschen: Ein Gerät, das immer wieder den FI-Schutzschalter auslöst, ist fehlerhaft und gehört nicht mehr in die Steckdose.

Sicherheit ist bei Elektrizität nicht verhandelbar. Ein Brummgeräusch aus dem Sicherungskasten ist das Warnsignal Ihres Hauses – nehmen Sie es ernst. Im Zweifelsfall: lieber einmal zu oft anrufen als zu wenig. Die Hotline 01579 2829777 (24/7) verbindet Sie mit geprüften Fachbetrieben in Ihrer Nähe, die schnell klären, ob es sich um ein ernsthaftes Problem handelt.

Akuter Strom-Notfall? Wir helfen.

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Häufige Fragen

01Ist ein leises Brummen aus dem Sicherungskasten normal?+

Nein. Der Sicherungskasten sollte völlig still sein. Ein Brummen deutet auf Überlast, einen defekten Schalter oder Kontaktprobleme hin und sollte von einer Elektrofachkraft überprüft werden.

02Kann eine brummende Sicherung einen Brand verursachen?+

Ja, wenn zusätzlich Hitze, Rauch oder Brandgeruch hinzukommen. Das deutet auf einen möglichen Kurzschluss oder einen überhitzten Kontakt hin. Dann müssen Sie sofort den Hauptschalter ausschalten und die Feuerwehr anrufen (112).

03Darf ich den Sicherungskasten selbst öffnen, um zu schauen?+

Nein. Der Sicherungskasten enthält unter Spannung stehende Teile, auch wenn der Hauptschalter aus ist. Das Öffnen und Herumprobieren ist lebensgefährlich. Nur die Elektrofachkraft darf ihn untersuchen.

04Wie erkenne ich, ob die Überlast oder ein defekter Schalter schuld ist?+

Versuchen Sie, Verbraucher abzuschalten und zu beobachten, ob das Brummen leiser wird. Wenn es trotz abgeschalteter Last weitergeht, liegt wahrscheinlich ein defekter Automat vor. In beiden Fällen muss ein Fachmann diagnostizieren.

05Wann sollte ein alter Sicherungskasten erneuert werden?+

Sicherungskästen mit alten Schraubsicherungen (statt moderner Leitungsschutzschalter) sollten modernisiert werden. Auch wenn Ihr Verteiler älter als 15–20 Jahre ist und erste Geräusche von sich gibt, ist eine Überprüfung und ggf. ein Austausch ratsam.

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