Stromausfall: Netzbetreiber oder Elektriker – wer ist zuständig?
Ratgeber · aktualisiert 2026-07-31

Ein Stromausfall verunsichert viele Haushalte – zurecht. Doch bevor Sie jemanden anrufen, sollten Sie wissen: Netzbetreiber und Elektriker haben unterschiedliche Aufgaben. Die Grenze zwischen beiden Zuständigkeiten verläuft an einer ganz bestimmten Stelle: dem Hausanschluss. Wer für welches Problem verantwortlich ist, erklären wir Ihnen hier.
Die Grenze: Hausanschluss und Zaehlerschrank
Das Stromnetz ist wie eine Straße mit Zufahrten: Der Netzbetreiber kümmert sich um die öffentliche Straße bis zu Ihrem Grundstück. Ab dem Hausanschluss beginnt Ihr Privatgrund – und damit die Verantwortung des Eigentümers bzw. eines Elektrikers.
Konkret heißt das:
- Netzbetreiber ist zuständig: Stromversorgung bis zum Hausanschluss (Übergabepunkt), Stromleitungen auf der Straße und dem öffentlichen Grund
- Elektriker/Eigentümer ist zuständig: Alle Leitungen, Geräte und Installationen ab dem Hausanschluss im Haus
Das ist nicht willkürlich, sondern in der DIN 18015 und TAB (Technische Anschlussbedingungen) des Netzbetreibers genau festgelegt. Diese Grenze ist wichtig, um Haftung und Kosten zu klären.
Wann der Netzbetreiber zuständig ist
Rufen Sie sofort den Netzbetreiber an, wenn folgende Situationen vorliegen:
- Die ganze Straße oder Nachbarschaft ist dunkel (großflächiger Stromausfall)
- Der Stromausfall betrifft mehrere Häuser nebeneinander
- Es gibt einen Defekt an der öffentlichen Stromleitung oder am Trafo
- Der Fehler liegt vor dem Hausanschluss-Kasten
Der Netzbetreiber kümmert sich um Ausfallvergütung, Entstörung und Wiederherstellung der öffentlichen Stromversorgung. Kontaktdaten finden Sie auf Ihrer Stromrechnung oder online – üblicherweise sind das Stadtwerke oder regionale Energieversorger.
Wann der Elektriker zuständig ist
Einen geprüften Elektrofachbetrieb brauchen Sie, wenn:
- Nur bei Ihnen zu Hause der Strom ausfällt (Nachbarn haben Strom)
- Die Sicherung/der Leitungsschutzschalter ausgelöst hat
- Der Zaehlerschrank/die Hausanschlusssicherung betroffen ist
- Eine Steckdose, Leitung oder ein Elektrogeraet defekt ist
- Der FI-Schutzschalter ständig auslöst
- Brandgeruch, Rauch oder Funken vom Schrank ausgehen
Diese Fälle liegen im Privatbereich der Hausinstallation und erfordern eine Fachperson. Laien sollten hier nicht selbst Hand anlegen – Stromschlag und Brandrisiko sind real.
Die Hausanschlusssicherung – der Grenzpunkt
Der kritische Punkt ist die Hausanschlusssicherung (oft auch Einspeisesicherung genannt). Sie sitzt unmittelbar nach dem Übergabepunkt vom Netzbetreiber:
- Davor (Richtung Straße): Netzbetreiber zuständig
- Danach (Richtung Wohnung): Eigentümer/Elektriker zuständig
Ist diese Sicherung ausgelöst oder defekt, können Sie als Laie folgendes tun: Den Schalter einmal zurückstellen. Löst er sofort wieder aus, liegt ein Fehler in Ihrer Hausanlage vor – rufen Sie einen Elektriker an. Löst er nicht mehr aus, war es wahrscheinlich eine Überlast oder ein vorübergehender Fehler.
Achtung: Öffnen Sie den Zaehlerschrank selbst nicht, wenn Sie sich unsicher sind. Manche Bereiche darf nur der Netzbetreiber oder eine zertifizierte Elektrofachkraft anfassen.
Was Sie selbst prüfen können – ohne Risiko
Bevor Sie einen Profi rufen, helfen diese harmlosen Checks:
- Schalten Sie große Verbraucher (Heizung, Herd) aus und warten Sie
- Überprüfen Sie, ob die Nachbarn Strom haben
- Schauen Sie, ob die Sicherung/der LS-Automat in der Hausverteilung ausgelöst ist
- Stecken Sie ein Geraet (Lampe, Handy) in verschiedene Steckdosen – funktioniert es überall nicht?
- Checken Sie, ob Brandgeruch, Rauch oder heisse Stellen vorhanden sind
Rauchen oder brennen Teile des Zaehlerschranks, ist sofort jede Bedienung tabu – Stromlaufbahn meiden und den Netzbetreiber + Feuerwehr anrufen.
Im Notfall: Elektro-Retter anrufen
Sie sind sich unsicher, ob Netzbetreiber oder Elektriker zuständig sind? Das ist völlig normal. Unsere Hotline 01579 2829777 ist rund um die Uhr erreichbar – wir helfen Ihnen schnell weiter, klären die Zuständigkeit und vermitteln den richtigen Profi vor Ort. So sparen Sie Zeit und Kosten.
Zusammenfassung: Die richtige Anlaufstelle
Netzbetreiber (Stadtwerke, Energieversorger):
- Großflächiger Stromausfall in der Straße/Nachbarschaft
- Defekt am öffentlichen Netz oder Trafo
- Fehler vor dem Hausanschluss
Elektrofachbetrieb (Elektriker):
- Stromausfall nur bei Ihnen zu Hause
- Sicherung/LS-Automat ausgelöst
- Defekt im Zaehlerschrank, an Leitungen oder Geraeten
- FI-Schutzschalter löst aus
- Verdacht auf Kurzschluss oder Ueberlast
Die klare Grenze macht es einfach: Öffentlich = Netzbetreiber, Privat = Elektriker. Im Zweifelsfall rufen Sie die Elektro-Retter an. Wir sorgen dafür, dass der Strom schnell wieder fließt.
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Häufige Fragen
01Muss ich für einen Netzbetreiber-Einsatz zahlen, wenn die Störung auf der Straße ist?+
Nein. Die Behebung von Fehlern auf der öffentlichen Stromversorgung ist Aufgabe und Kostenpflicht des Netzbetreibers. Sie zahlen nichts, auch nicht für die Entstörung. Nur wenn ein Techniker Ihr privates Haus überprüft, können Gebühren anfallen – aber das passiert nur, wenn der Fehler doch bei Ihnen liegt.
02Was ist, wenn ich nicht sicher bin, wo der Fehler sitzt?+
Das ist völlig normal. Im Zweifelsfall rufen Sie zuerst den Netzbetreiber an oder kontaktieren die Elektro-Retter unter 01579 2829777. Wir klären schnell, ob es ein öffentliches oder privates Problem ist, und leiten alles Weitere ein. So vermeiden Sie Wartezeiten und Kosten.
03Darf ich die Hausanschlusssicherung selbst wieder einschalten?+
Ja, einmalig zurückschalten ist ungefährlich und erlaubt. Löst sie sofort wieder aus, liegt der Fehler in Ihrer Anlage – rufen Sie einen Elektriker an. Wenn sie hängenbleibt, war es wahrscheinlich eine Überlast. Aber: Öffnen Sie den Kasten nicht, wenn Sie unsicher sind. Im Zweifelsfall lieber einen Profi fragen.
04Wer ist zuständig, wenn der Zaehlerschrank brennt?+
Sofort weg vom Schrank, Bereich absperren, zuerst die Feuerwehr unter 112 anrufen, dann den Netzbetreiber informieren. Der Zaehlerschrank sitzt zwar auf der Grenze zwischen Netz und Haus, aber bei Brand/Rauch ist Feuerwehr das erste Gebot. Die Fachleute ermitteln dann, wer für die Reparatur zahlt.
05Kann ich einen Elektriker anrufen, wenn nicht klar ist, ob Netzbetreiber oder Elektriker schuld ist?+
Ja, ein geprüfter Elektrofachbetrieb kann schnell diagnostizieren, wo das Problem sitzt. Allerdings entstehen Kosten, wenn der Fehler nicht in Ihrer Anlage liegt. Besser: Erst kurz den Netzbetreiber anrufen oder die Elektro-Retter kontaktieren – das spart Geld und Zeit.