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Elektrounfall vermeiden: Praktische Sicherheitsregeln für den Alltag

Ratgeber · aktualisiert 2026-07-31

Elektrounfall vermeiden

Elektrounfälle passieren oft aus Unachtsamkeit oder fehlender Information. Dabei lassen sich die meisten Risiken durch einfache Regeln und aufmerksames Verhalten deutlich reduzieren. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen konkrete Maßnahmen, um sich und Ihre Familie vor Stromunfällen zu bewahren.

Defekte Geräte richtig erkennen und behandeln

Ein fehlerhaftes Elektrogerät ist einer der häufigsten Auslöser für Stromschläge im Haushalt. Lernen Sie, worauf Sie achten müssen:

  • Sichtbare Beschädigungen am Kabel: Risse, Quetschungen, freiliegende Drähte – sofort ausstecken und nicht mehr verwenden
  • Brandgeruch oder Rauchentwicklung beim Betrieb – Gerät abschalten, ausstecken, Bereich verlassen
  • Das Gerät wird unerwartet heiß oder das Kabel ist warm – deutet auf Isolation-Verschleiß hin
  • Lockerer oder beschädigter Stecker – erhöhtes Kontaktfehlerstrom-Risiko
  • Gerät schaltet sich unerwartet aus oder flackert – mögliches Erdschluss-Zeichen

Reparieren Sie beschädigte Kabel niemals selbst mit Klebeband. Ein defektes Gerät gehört zum Recycling oder zur Reparatur durch einen Fachbetrieb – nicht in den täglichen Gebrauch.

Wasser und Strom: Eine tödliche Kombination

Wasser ist ein hervorragender Stromleiter. Bereits kleine Mengen können einen Stromkreis schließen und einen Elektrounfall verursachen.

  • Badezimmer: Elektrogeräte (Fön, Rasierapparat, Heizstrahler) niemals in unmittelbarer Nähe der Badewanne oder Dusche verwenden
  • Feuchte Hände: Vor dem Anfassen von Steckern und Schaltern gründlich abtrocknen
  • Wasserpfützen: Nie über Stromkabel gehen oder diese in Nässe legen
  • Garten und Balkon: Rasengeräte und Hochdruckreiniger nur mit ausreichend langen Kabeln und – wichtig – mit FI-Schutzschalter (RCD) betreiben
  • Schwimmbad und Sauna: Elektrogeräte haben dort grundsätzlich nichts zu suchen

Falls ein Elektrogerät ins Wasser fällt: Nicht greifen – Stromkreis sofort abschalten (Sicherung zurückschalten oder Stecker ziehen mit isoliertem Gegenstand).

Schutz für Kinder: Prävention ist das A und O

Kleine Kinder erkunden die Welt mit ihren Händen und sind besonders gefährdet. Elektrounfälle bei Kindern sind oft schwer und verhinderbar.

  • Steckdosenschutz anbringen: Kindersicherungen oder Steckdosen mit Klappschutz verwenden – bis ca. 6 Jahre eine Grundausstattung
  • Kabel sichern: Stromkabel von Lampen, Kochplatte, Heizung hochbinden oder in Kabelschutzelementen verlegen
  • Neugier begrenzen: Kindern erklären, dass Strom gefährlich ist – ohne Angst zu schüren, aber ernst
  • Geräte außer Reichweite: Föne, Zahnbürsten-Ladegeräte, Rasierer nicht im Bad auf Ablage stehen lassen
  • Spielzeug prüfen: Batterie-betriebene Spielzeuge haben keine losen Kontakte oder offenen Batterieklemmen
  • Feuchte Räume: Im Badezimmer zusätzlich FI-Schutzschalter an allen Steckdosen installieren

Moderne FI-Schutzschalter (Typ B) reagieren auch auf Gleichfehlerströme – ein Mehrwert für Haushalte mit viel Elektronik und Kindern.

Wichtigste Sicherheitsregeln im Alltag

Diese grundlegenden Regeln verhindern die meisten Unglücke:

  • Niemals unter Strom stehende Teile anfassen – auch nicht "schnell" oder "nur kurz"
  • Steckdosen nicht überlasten: Mehrfachstecker mit mehreren großen Verbrauchern, z. B. Heizung + Föhn + Mikrowelle, führen zu Ueberlast und Brand
  • Leitungsschutzschalter nicht überbrücken oder ignorieren – sie schalten zu Recht ab
  • Elektrogeräte nicht reparieren, wenn Sie nicht geschult sind – auch Kleinteile können unter Spannung stehen
  • Outdoor-Geräte richtig schützen: Rasenmäher, Kettensäge, Bohrmaschine nur mit erhaltener Isolierung und Schutzleiter-Steckverbindung nutzen
  • Sicherungskasten / Verteiler: Nicht öffnen, nicht selbst umschalten – im Notfall den FI-Schutzschalter (großer Hauptschalter) drücken

Notfall-Maßnahmen bei einem Elektrounfall

Falls es trotz aller Vorsicht zu einem Stromschlag kommt:

  • Eigensicherung zuerst: Berühren Sie die Person nicht direkt – Stromkreis abschalten (Stecker ziehen, Sicherung zurück) oder mit isoliertem Gegenstand (Holzstab, Kunststoff-Besen) trennen
  • Notarzt rufen: Telefon 112 – auch wenn die Person bewusstlos wirkt oder nur kurz betroffen war
  • Reanimation beginnen: Falls nötig, Herzdruckmassage starten und Anleitung des Notfall-Disponenten folgen
  • Brandgeruch oder Rauch: Zuerst Feuerwehr (112), dann Stromversorgung unterbrechen
  • Bei Bewusstlosigkeit in stabile Seitenlage bringen und nicht allein lassen

Elektrounfälle sind oft unterschätzt. Innere Verletzungen sind möglich, auch wenn äußerlich nichts sichtbar ist – deshalb immer den Arzt hinzuziehen.

Regelmäßige Wartung und Überprüfung

Ein präventiver Blick spart Notfälle:

  • Halbjährlich Stecker, Kabel und sichtbare Teile von Elektrogeräten kontrollieren
  • FI-Schutzschalter monatlich mit dem Test-Knopf prüfen (sollte auslösen)
  • Alte Elektroinstallationen (älter als 25 Jahre): Fachelektriker zur Überprüfung hinzuziehen – Isolationen altern
  • Nach Renovationen oder Umbauten: Sichtprüfung der Elektroinstallation

Unsicherheit? Zögern Sie nicht, die Hotline anzurufen: 01579 2829777 – rund um die Uhr erreichbar für Fragen und Notfälle. Die Fachkräfte der Partnerbetriebe vor Ort helfen sofort.

Akuter Strom-Notfall? Wir helfen.

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Häufige Fragen

01Kann ich ein beschädigtes Stromkabel mit Isolierband reparieren?+

Nein. Isolierband ist keine sichere Reparatur – die Isolation darunter ist bereits beschädigt, und die Feuchtigkeitsaufnahme verschärft das Risiko. Das Gerät sollte fachgerecht repariert oder entsorgt werden.

02Was ist ein FI-Schutzschalter und wie funktioniert er?+

Ein FI-Schutzschalter (RCD, Residual Current Device) misst ständig, ob Strom in der gleichen Menge hin und zurück fließt. Bei Abweichungen – z. B. wenn Strom über einen Fehlerstrom durch einen Menschen fließt – schaltet er in Millisekunden ab. Das verhindert Stromschläge.

03Wie oft sollte ich meine Elektrogeräte überprüfen?+

Mindestens halbjährlich: Sichtprüfung von Kabel, Stecker und Gehäuse. Bei häufiger Nutzung (Fön, Bohrmaschine, Heizgeräte) alle 3 Monate. Beschädigte Geräte sofort ausstecken.

04Ab welchem Alter können Kinder einen Elektrounfall verursachen?+

Bereits Babys können mit Steckdosen experimentieren (ca. 9 Monate). Der kritische Zeitraum für Steckdosenzugriff ist grob 1–6 Jahre. Steckdosenschutz und Beaufsichtigung sind in dieser Phase essentiell. Auch ältere Kinder brauchen Aufklärung und klare Regeln.

05Darf ich einen Mehrfachstecker mit mehreren starken Geräten gleichzeitig betreiben?+

Nur, wenn die Gesamtleistung die zulässige Belastung nicht überschreitet (meist 3.600 W). Heizungen, Mikrowellen und Föne zusammen sind Ueberlast-Klassiker und können zum Brand führen. Im Zweifelsfall einzelne Geräte nacheinander nutzen.

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