Stromgeruch in der Wohnung – Das müssen Sie jetzt wissen
Ratgeber · aktualisiert 2026-07-31

Ein eigenartiger Geruch nach Strom oder verbranntem Kunststoff in der Wohnung ist ein Warnsignal, das Sie ernst nehmen sollten. Dieser Elektrogeruch entsteht typischerweise durch Überhitzung von Leitungen, Steckdosen oder Geräten – und deutet auf ein Sicherheitsrisiko hin. Wir erklären, woher dieser Geruch kommt, wie Sie die Ursache eingrenzen und wann professionelle Hilfe notwendig ist.
Woher kommt der Stromgeruch?
Der typische Geruch nach Strom oder Fisch entsteht, wenn Kunststoff-Isolierungen von Stromleitungen oder Komponenten übermäßig erhitzt werden. Das Material schmort regelrecht und setzt flüchtige Stoffe frei – daher der charakteristische Geruch.
Häufige Ursachen sind:
- Zu hohe Strombelastung (Ueberlast) in einzelnen Stromkreisen
- Lockere oder korrodierte Kontakte in Steckdosen oder Klemmstellen
- Defekte Elektrogeräte mit internem Kurzschluss
- Beschädigte oder abgeknickte Stromleitungen hinter Wänden
- Fehlerhafte Sicherungen oder Leitungsschutzschalter
- Zu dünne Kabel für die angeschlossene Last
Wichtig: Ein fischiger oder verschmorter Geruch ist immer ein Zeichen einer potenziellen Brandgefahr. Sie sollten nicht abwarten, bis etwas sichtbar wird.
Erste Schritte – So handeln Sie sicher
Wenn Sie einen Stromgeruch bemerken, gehen Sie systematisch vor:
- Ruhe bewahren – Ein Geruch allein bedeutet nicht sofortige Lebensgefahr, aber schnelles Handeln ist wichtig
- Geruchsquelle lokalisieren – Gehen Sie Raum für Raum durch und versuchen Sie, die Stelle einzugrenzen
- Betroffene Geräte ausstecken – Falls der Geruch von einem tragbaren Elektrogerät kommt, ziehen Sie den Stecker sofort
- Sichtprüfung durchführen – Schauen Sie nach verfärbten, verschmarten oder beschädigten Steckdosen und Schaltern
- Sicherheitsschalter prüfen – Ist der FI-Schutzschalter (RCD) in Ihrem Verteiler ausgelöst? Dies kann auf einen Fehlerstrom hindeuten
Wenn der Geruch von einer Steckdose kommt
Viele Stromgerüche entstehen an Steckdosen oder hinter diesen. Das deutet oft auf Kontaktprobleme hin – Klemmen sind locker geworden, oder es hat sich Korrosion gebildet.
- Steckdose sofort freimachen – Entfernen Sie alle Stecker und angeschlossenen Geräte
- Hauptschalter – optional – Ist die Steckdose besonders heiß oder riecht es sehr intensiv, können Sie den Leitungsschutzschalter für diesen Stromkreis umlegen (wenn Sie wissen, welcher es ist)
- Steckdose nicht mehr benutzen – Eine beschädigte Steckdose ist ein Brandrisiko
- Sichtprüfung – Gibt es Verfärbungen, Risse oder kleine Brandflecken um die Steckdose?
Eine Steckdose mit Kontaktproblemen muss von der Elektrofachkraft überprüft und getauscht werden. Dies ist keine Arbeit für Laien.
Wenn der Geruch vom Zählerschrank kommt
Riecht es intensiv im oder am Zählerschrank, kann dies auf ein ernstes Problem in der Hauptverkabelung oder am Zählerplatz selbst hindeuten. Der Zählerschrank ist kein Bereich für Laien-Reparaturen.
- Bereich freimachen und nicht betreten lassen
- Keine Versuche, etwas zu öffnen oder zu berühren
- Professionelle Hilfe rufen – dies ist ein Fall für den Notdienst
Warnsignale – Wann Sie sofort anrufen müssen
Bei diesen Zeichen sollten Sie sofort handeln und nicht warten:
- Rauchentwicklung oder Funkenbildung an einer Steckdose oder Leitung
- Intensiver oder sehr unangenehmer Geruch, der nicht schwächer wird
- Sichtbare Verschmorungen, Brandflecken oder Risse in Steckdosen/Schaltern
- Die Steckdose oder ein Kabel ist heiß anzufassen
- Ein Elektrogerät riecht verbrannt und funktioniert nicht mehr normal
- Der FI-Schutzschalter schaltet immer wieder ab
- Der Geruch kommt aus den Wänden oder vom Zählerschrank
In diesen Fällen rufen Sie die Notfall-Hotline an: 01579 2829777 (24/7 erreichbar). Wenn es nach Feuer riecht oder Sie Rauch sehen, wählen Sie zusätzlich den Notruf 112.
Vorbeugende Maßnahmen
Um solche Probleme zu vermeiden, helfen regelmäßige Kontrollen:
- Fühlen Sie regelmäßig an Steckdosen und Schaltern – sie sollten kühl sein
- Überlasten Sie Stromkreise nicht mit zu vielen Hochleistungsgeräten
- Nutzen Sie Mehrfachsteckdosen sparsam und nicht verschachtelt
- Lassen Sie alte oder beschädigte Kabel und Steckdosen austauschen
- Ein regelmäßiger Geräte-Check durch die Elektrofachkraft kann versteckte Mängel aufdecken
Zusammenfassung – Das Wichtigste
Ein Stromgeruch ist kein Bagatelle-Problem. Er deutet auf Überhitzung und mögliche Brandgefahren hin. Handeln Sie schnell: Geruchsquelle eingrenzen, Geräte ausstecken, verdächtige Stellen nicht berühren und professionelle Hilfe holen. Die Elektrofachkraft kann dann mit speziellen Messgeräten feststellen, wo das Problem liegt und es behoben werden kann. Zögern Sie nicht – im Zweifelsfall ist ein Anruf bei der Notfall-Hotline 01579 2829777 der richtige Weg.
Akuter Strom-Notfall? Wir helfen.
24/7 erreichbar · geprüfte Elektro-Partner vor Ort in NRW & Berlin.
Häufige Fragen
01Ist ein Stromgeruch immer ein Notfall?+
Ein Stromgeruch deutet immer auf ein elektrisches Problem hin, das untersucht werden muss. Es ist nicht zwingend ein Notruf-Fall (112), aber Sie sollten zügig professionelle Hilfe anfordern. Besonders dringend wird es, wenn der Geruch intensiv ist, Rauch sichtbar wird oder Funken entstehen.
02Kann ich eine Steckdose mit Stromgeruch selbst reparieren?+
Nein. Steckdosen mit Kontaktproblemen oder Überhitzungszeichen sind potenzielle Brandquellen und müssen von der Elektrofachkraft getauscht werden. Legen Sie einfach den zugehörigen Leitungsschutzschalter um und nutzen diese Steckdose nicht mehr, bis sie überprüft wurde.
03Der Geruch ist weg – muss ich noch anrufen?+
Ja, auch wenn der Geruch verflogen ist. Er könnte wiederkommen und deutet auf ein anhaltend vorhandenes Problem hin. Eine Überprüfung durch die Elektrofachkraft bringt Sicherheit – der eigentliche Fehler ist damit nicht behoben.
04Was ist der Unterschied zwischen einem Stromgeruch und Geruchstoff aus einer Batterie?+
Lithium-Batterien in Geräten können auch einen starken chemischen Geruch entwickeln, oft ähnlich wie Strom. Dieser entsteht durch interne Kurzschlüsse oder Überladung. Auch hier gilt: Gerät sofort ausstecken und nicht mehr benutzen. Ein klarer Unterschied ist schwer zu treffen – im Zweifelsfall sollte ein Fachmann die Quelle klären.
05Mein FI-Schutzschalter ist ausgelöst und es riecht nach Strom – Was tun?+
Ein ausgelöster FI-Schutzschalter bei Stromgeruch deutet auf einen Fehlerstrom – möglicherweise ein defektes Gerät oder eine Isolation mit Leck. Versuchen Sie nicht, den Schalter mehrfach ein- und auszuschalten. Rufen Sie den Notdienst an, damit die Ursache fachgerecht geklärt wird.