Elektroanlage prüfen lassen: Wann es notwendig ist und was geprüft wird
Ratgeber · aktualisiert 2026-07-31

Die Elektroanlage ist das Nervensystem eines Hauses – und ihre Sicherheit sollte nicht dem Zufall überlassen werden. Viele Hausbesitzer und Mieter fragen sich: Wann ist es Zeit, die Elektroanlage prüfen zu lassen? Was kostet das? Und was genau wird dabei untersucht? Diese Fragen beantworten wir in diesem Ratgeber.
Warum ist die Prüfung der Elektroanlage wichtig?
Defekte oder veraltete Stromleitungen, beschädigte Isolationen und fehlerhafte Schutzvorrichtungen sind häufige Brandursachen. Eine fachgerechte Prüfung deckt diese Risiken auf und gibt Ihnen Gewissheit, dass Ihre Installation den aktuellen Sicherheitsnormen entspricht. Besonders in älteren Häusern können versteckte Mängel zu ernsthaften Problemen führen – von Stromschlägen bis hin zu Elektrobränden.
Wann sollten Sie Ihre Elektroanlage prüfen lassen?
Beim Hauskauf oder Wohnungskauf
Eine Elektroprüfung (auch Bestandsprüfung genannt) ist vor dem Kauf einer Immobilie dringend zu empfehlen. Sie zeigt, ob versteckte Schäden in der Elektroinstallation vorhanden sind – Wissen, das Ihre Kaufentscheidung beeinflussen kann. Besonders bei älteren Objekten ist diese Prüfung wertvoll.
Bei Alter der Installation
Elektroinstallationen haben eine Lebensdauer von etwa 30–40 Jahren. Ist Ihr Haus älter als dieser Zeitraum oder stammt die aktuelle Installation aus den 1980er-Jahren oder früher, sollte eine Überprüfung durchgeführt werden. Alte Kunststoffumhüllungen können brüchig werden, Kupferleitungen korrodieren.
Nach Umbauten oder Erweiterungen
Wenn Sie einen Raum renoviert, eine Küche erneuert oder neue Stromkreise hinzugefügt haben, sollte die Gesamtanlage danach überprüft werden. So wird sichergestellt, dass alle Arbeiten fachgerecht ausgeführt wurden und die Anlage noch im Gleichgewicht ist.
Bei Auffälligkeiten
Ständig auslösende Sicherungen, Kriechströme, schwache Stromversorgung einzelner Räume, Brandgeruch an Steckdosen oder regelmäßige Ausfälle deuten auf ernsthafte Probleme hin. Eine Prüfung ist dann nicht optional – sie ist notwendig.
Bei Versicherungsanforderungen
Manche Versicherer verlangen für neue Policen oder nach Schäden einen Prüfbericht. Auch für die Vermietung von Wohnungen ist eine aktuelle Elektroprüfung oft erforderlich.
Was wird bei der Elektroanlage-Prüfung überprüft?
- Zaehlerschrank und Verteiler – Zustand der Schutzvorrichtungen (FI-Schutzschalter, Leitungsschutzschalter), korrekte Dimensionierung, Beschriftung
- Stromleitungen und Kabel – Isolation, Verlegerung, Querschnitte, Beschädigungen
- Steckdosen und Schalter – Funktionstüchtigkeit, sichere Befestigung, korrekte Polung
- Erdungsanlage und Schutzleiter – Kontinuität des PE-Leiters, Erdungswiderstand, Funktionsfähigkeit der Schutzschaltung
- FI-Schutzschalter (Fehlerstromschutzschalter) – Auslöseverhalten, Prüfung mit Testknopf und Messgerät
- Spannungsprüfung – Ist die Spannung in allen Stromkreisen korrekt?
- Isolationswiderstand – Mit speziellen Messgeräten wird überprüft, ob die Isolation noch intakt ist
- Kurzschluss- und Überlastsicherung – Reagieren die Schutzvorrichtungen wie vorgesehen?
- Äußere Sichtprüfung – Frostschäden, Verschmorungen, lockere Klemmen, Verschleißerscheinungen
Ablauf einer professionellen Prüfung
Ein Profi startet mit einer Sichtprüfung des Zaehlerschranks, der sichtbaren Leitungen und Steckdosen. Anschließend folgen Messprüfungen mit kalibriertem Prüfgerät: Isolationswiderstand, Erdungskontinuität, Fehlerstromauslösung und Spannungsprüfungen. Je nach Umfang der Anlage dauert eine vollständige Prüfung etwa ein bis drei Stunden.
Nach Abschluss erhalten Sie ein Prüfprotokoll – ein detailliertes Dokument, das jeden geprüften Stromkreis, die Messwerte und das Ergebnis (bestanden/nicht bestanden/mängel) dokumentiert. Dieses Protokoll ist Ihr Nachweis für Käufer, Versicherer und Behörden.
Was bedeutet das Prüfprotokoll?
Das Protokoll ist das Herzstück der Prüfung. Es zeigt:
- Prüfdatum und Prüfer (Elektrofachkraft)
- Jeden einzelnen Stromkreis mit seinen Messwerten
- Ob die Anlage die DIN VDE 0100-600-Norm erfüllt (Standard für Elektroinstallationen)
- Welche Mängel, wenn vorhanden, zu beheben sind – und wie dringend
- Eine Gültigkeitsdauer (meist 4 Jahre bei privaten Haushalten)
Ein bestandenes Prüfprotokoll ist wertvoll: Es dokumentiert, dass Ihre Installation sicher ist.
Häufig gefundene Mängel
In älteren Anlagen finden sich oft:
- Fehlende oder nicht funktionierende FI-Schutzschalter (lebensrettend bei Fehlerströmen)
- Unzureichende Querschnitte der Stromleitungen (zu schwache Verkabelung)
- Brüchige oder poröse Isolationen
- Defekte Erdungsanlage
- Überalterte Sicherungsautomaten ohne moderne Schutzeigenschaften
Diese Mängel sind kein Grund zur Panik – sie zeigen nur, dass eine Modernisierung sinnvoll ist. Viele lassen sich durch gezielten Austausch beheben.
Wer führt die Prüfung durch?
Eine Elektroanlage-Prüfung darf nur von einer Elektrofachkraft durchgeführt werden – jemand mit abgeschlossener Ausbildung und Sachkundigkeit nach VDE-Normen. Elektro-Retter organisiert solche Prüfungen über geprüfte Partnerbetriebe in Ihrem Einsatzgebiet. Diese verfügen über die notwendige Ausrüstung und Zertifizierung.
Wann Sie sofort handeln sollten
Manche Befunde verlangen schnelle Maßnahmen:
- Brandgeruch oder Verschmorungen an Steckdosen oder Leitungen
- Häufiges Auslösen von Schutzschaltern
- Stromschlag-Gefühl beim Anfassen von Geräten
- Fehlende Schutzleiter (Erdung)
- Sichtbar beschädigte Leitungen
Falls Sie solche Anzeichen bemerken, kontaktieren Sie Elektro-Retter unter 01579 2829777 – auch nachts und am Wochenende. Die Elektrofachkraft vor Ort kann schnell prüfen und beraten, ob sofortige Abhilfe nötig ist.
Fazit: Sicherheit durch regelmäßige Prüfung
Eine Elektroanlage-Prüfung ist keine unnötige Kosten – sie ist eine Investition in Ihre Sicherheit und die Ihrer Familie. Besonders beim Hauskauf, bei älteren Gebäuden oder nach Umbauten lohnt sich die Prüfung. Mit dem resultierenden Prüfprotokoll in der Hand haben Sie Gewissheit und einen wertvollen Nachweis für Käufer, Versicherer und Behörden.
Haben Sie Unsicherheiten oder vermuten Mängel in Ihrer Elektroanlage? Rufen Sie Elektro-Retter an – die Elektrofachkraft berät Sie, welche Prüfung sinnvoll ist und wie es weitergeht.
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Häufige Fragen
01Wie oft sollte eine Elektroanlage geprüft werden?+
Für private Haushalte ist eine Prüfung beim Kauf, nach Umbauten oder ab einem Alter von 30+ Jahren sinnvoll. Mietshäuser unterliegen strengeren Anforderungen. Danach: Alle 4 Jahre eine Wiederholungsprüfung ist empfohlen, besonders in älteren Anlagen oder nach Auffälligkeiten.
02Was kostet eine Elektroanlage-Prüfung?+
Die Kosten hängen von der Größe der Anlage, der Anzahl der Stromkreise und dem Prüfumfang ab. Eine genaue Aussage ist nur nach Besichtigung durch die Elektrofachkraft möglich. Kontaktieren Sie Elektro-Retter unter 01579 2829777 für ein Angebot.
03Kann ich die Elektroanlage selbst prüfen?+
Nein. Eine fachgerechte Prüfung mit Prüfprotokoll darf nur von einer Elektrofachkraft durchgeführt werden. Sie benötigt spezielle Messgeräte und Sachkundnis nach VDE-Normen. Eine Eigenkontrolle (z.B. Sichtprüfung auf Beschädigungen) ist kein Ersatz.
04Was passiert, wenn Mängel gefunden werden?+
Das Prüfprotokoll dokumentiert alle Mängel mit ihrer Dringlichkeit. Kritische Mängel (z.B. fehlende Erdung, defekte FI-Schalter) müssen zeitnah behoben werden. Die Elektrofachkraft berät, welche Maßnahmen nötig und wie dies zu beheben ist.
05Ist ein Prüfprotokoll beim Hausverkauf erforderlich?+
Gesetzlich nicht immer verpflichtend, aber empfohlen: Ein aktuelles Prüfprotokoll erhöht die Attraktivität für Käufer erheblich und gibt ihnen (und Ihnen) Sicherheit. Manche Käufer verlangen es explizit.
06Was ist der Unterschied zwischen Sichtprüfung und Messprüfung?+
Die Sichtprüfung ist eine visuelle Kontrolle von Schäden, Beschädigungen oder offensichtlichen Fehlern. Die Messprüfung nutzt kalibrierte Prüfgeräte, um Isolationswiderstand, Erdung und Fehlerstromauslösung zu überprüfen. Beide gehören zu einer vollständigen Elektroprüfung.